Das 4.Rott, Sachsenhagen und mehr
  Geschichte der Burg
 


Der Turm                                                                                  Der Eingang                      Treppenhaus              offene Kamin

 

 Die Wasserburg Sachsenhagen

 

 Die Wasserburg an der Sachsenhägener Aue wurde erbaut durch Herzog Albrecht I. von Sachsen-Lauenburg, um sein Herrschaftsgebiet zu erweitern und Anteile am Dülwald in Besitz zu nehmen. Das war ein zusammenhängendes Waldgebiet zwischen Bückeburg und dem Steinhuder Meer. Die Burg diente dabei als Stützpunkt zur Rodung und Kolonialisierung. Nach der Errichtung der Burg entwickelte sich gegenüber der Sachsenhäger Aue die Siedlung Sachsenhagen. Dort siedelten Bedienstete, wie Burgmannen, Tagelöhner, Handwerker und auch Händler. Als Ackerbürger verfügten sie meist über eine kleinere Acker- und Viehwirtschaft. Als 1253 das Bistum Minden Hoheitsrechte für das Gebiet um Sachsenhagen anmeldete, kam es zwischen dem Erbauer Herzog Albrecht I. von Sachsen-Lauenburg und dem Bischof Wittekind I. von Minden zu einem Vergleich. Der Herzog musste die Burg abgeben und erhielt sie zur Hälfte als Lehen zurück. Der Bischof plazierte auf der Burg seine Burgmannen, die über 2 bischöfliche Burgmannshöfe verfügten. 1391 wurde die Vorburg im Niedersächsischen Städtebuch genannt. 1571 wurde die Burg von Graf Otto IV. von Holstein-Schaumburg an Hermann von Mengersen als dem Drost von Rodenberg verpfändet. 1595 erhielt Graf Ernst von Holstein-Schaumburg die Burg Sachsenhagen von seinem älteren Halbbruder Adolf XIV. als Abfindung. Er ließ die Wasserburg in ein Residenzschloss umgestalten. Als Graf Adolf XIV. 1601 verstarb, zog Graf Ernst nach Stadthagen, um vom dortigen Schloss die Regierungsgeschäfte über die Grafschaft Schaumburg zu übernehmen. Als 1619 Sachsenhagen durch einen Großbrand vernichtet wurde, blieb das außerhalb gelegene Schloss unversehrt. Zwischen 1622 - 1634 war das Schloss Residenz des Grafen Hermann von Schauenburg und Holstein. Nach der Teilung der Grafschaft Schaumburg 1665 kam das Schloss unter die Herrschaft der Landgrafschaft Hessen-Kassel und verfiel. Erhalten geblieben sind der Bergfried, das Amtshaus und ein Nebengebäude. Die restlichen Gebäude des Schlosses wurden ebenso wie die Vorburg im Laufe der Zeit abgetragen. Nördlich gegenüber der Burg befand sich die landwirtschaftliche Domäne, die das Wirtschaftsleben in Sachenhagen wesentlich bestimmte. 1877 wurde die Domäne von der Gemeinde Sachsenhagen ersteigert, das Land den Bürgern verkauft und die Gebäude vermietet. Nach einem Brand verfielen die Gebäude und wurden zum Teil abgerissen. 1923 wurde im oberen Saal des Bergfrieds eine Jugendherberge eingerichtet. In den 1930er Jahren nutzte der Bund Deutscher Mädel die Räumlichkeiten. In den 1960er Jahren waren sie Übungsraum für schulsportliche Zwecke. Das frühere Amtshaus befindet sich seit 1969 in Privatbesitz und wird für Wohnzwecke genutzt, ebenso das Nebengebäude. Im derzeit (2011) noch unrenovierten Bergfried finden heute kulturelle Veranstaltungen des Heimatvereins Sachsenhagen-Auhagen statt.

 
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